Mittwoch, 15. Juni 2011

Düsseldorf & Köln

Eine neue überflüssige Veranstaltung im Handballkalender, das Final Four der Champions-League. Zum zweiten Mal ausgetragen, wieder in Köln und, wie vermutlich auch im vorherigen Jahr, vor einem größtenteils neutralen Publikum duellierten sich die vier besten Mannschaften Europas.
So recht passen würden wir nicht in den Rahmen dieser Veranstaltung, das war uns vorher schon bewusst. Die Halle ist viel zu groß, als dass eine der kleinen Handballfanszenen dort so etwas wie Support aufbauen könnte. Daher machten wir uns auch gar nicht erst die Mühe da etwas zu bewegen, das sei gleich vorweg genommen.
Dennoch sollte es ein äußerst amüsantes Wochenende werden. Wir zuckelten bereits am Freitag nach Düsseldorf, wo wir auch unser Quartier gewählt hatten. Kurzzeitig dachte ich, wir würden – staubedingt - unsere Heimatstadt gar nicht erst verlassen können, nach zwei Stunden hatten wir die Stadtgrenze dann doch passiert. Ein Glück, dass ich sonst nicht im Feierabendverkehr mit dem Auto unterwegs sein muss.
In Düsseldorf hatten wir dann aber noch genug Zeit um uns in entspannter Atmosphäre in unserem Gasthaus einige Alt-Biere in den Kopf zu drehen, was dem einen oder anderen allerdings nicht gut schmeckte/bekam. Ein Zurück gab es da aber nicht mehr und alle mussten weiter, ab auf die Piste. In der Düsseldorfer Altstadt wurden dann noch mehrere Kneipen und Bars um ihre Biervorräte erleichtert bevor endlich zum Abendappell angetreten (bzw. angekrochen) werden konnte und ein jeder in sein Kämmerchen entlassen wurde.
Gut in Form waren am Sonnabend dann nicht alle von uns, eigentlich kaum einer. Nach einem Nickerchen an diesem berühmten Bach da, der durch Köln blubbert, schlichen wir mehr schleppend als vor Elan strotzend die unzähligen Stufen der „Lanxess-Arena“ hinauf, wo ist die Rolltreppe wenn man sie braucht?
An einem Stand vor der Arena wurden an einem Werbestand einer österreichischen Bergregion (die es nicht wert ist genannt zu werden) „Vuvuzuelas“ verteilt, welche – gepaart mit den eh überall resistent-ansässigen Tröten – meinen noch recht angegriffenen Schädel weiter foltern sollten. Ich fahre eh lieber nach Tirol! Jetzt erst recht!
In der Arena das erwartete Bild. Überall fein herausgeputzte Gesellschaften, von Fans aber kaum eine Spur. Bei Barcelona und Ciudad Real war noch am meisten los im Block, Mannheim beschränkte sich wie immer auf eine Blockfahne und pausenloses Rumgetrommel. Hamburg fand – zumindest optisch – gar nicht statt.
So zogen dann verdienter Maßen die Vereine mit den aktivsten Fans ins Finale ein und wir konnten uns auf der Arena-Wiese schlafen legen. Jedoch nicht ohne vorher das ein oder andere Gratisgetränk und –essen abzuholen, gewusst wie!
Später ging es dann mit dem Zug zurück nach Düsseldorf, wobei jedoch im schönen Köln-Mülheim ein ungeplanter Aufenthalt unsere Abendplanung empfindlich durcheinander brachte. Köln und Münster hatten da wohl etwas zu besprechen. Wir beschränkten uns darauf uns raus zuhalten und zogen lediglich die Verwundeten wieder unterm Zug hervor.
Nach einer Stunde war die großartige Ermittlungsarbeit der Staatsmacht dann in sofern abgeschlossen, als dass wieder Züge in den Bahnhof gelassen wurden und wir unsere Fahrt fortsetzen konnten. Jedoch mit der S-Bahn, welche gleich mal das Dreifache an Zeit benötigte. Mir ist bis heute nicht klar, weshalb ein Zug mit zerborstenen Scheiben nicht mehr fahrtüchtig sein soll. Haben die Splitter den Elektrizitäts-Überträger zerstört oder wie? Ich komme übrigens auch aus Israel!
In Düsseldorf stieg ich dann recht schnell in meine Koje, daher kann ich über den weiteren Abendverlauf nicht mehr viel sagen. Diverse bereits bekannte Kneipen wurden wohl nochmals beschert. Ich werde echt zu alt für diesen Sport.
Am Sonntag gaben wir uns dann noch das Spiel um Platz Drei (is halt Pflicht!) und dann ging`s auch flugs ins Parkhaus. Gratis-Essen musste auf Grund von Unterbelegung der Lokalität ausfallen. Mit dem Wagen bretterten wir dann zurück an den Anfang der Reise. Genau, in den Stau, diesmal jedoch in die entgegen gesetzte Richtung, nämlich auf Hamburg zu. Als sich Sonntag und Montag die Klinke in die Hand gaben waren wir zurück.
Nächstes Jahr sollte das Final Four dann aber in Spanien stattfinden, finde ich. Oder am besten wieder ganz abgeschafft werden.

(K.K.)