Mittwoch, 1. Juni 2011

33 Stunden-Tour nach Ludwigshafen

Ludwigshafen in der Bundesliga, eine neue Station für uns. Daher musste ein Besuch auf jeden Fall zustande gebracht werden.
Los ging es um kurz nach Sechs Uhr in der früh auf einen Trip durch die Regionalzüge der BRD. Über Metronom und Cantus kamen wir ab Kassel zur guten alten Deutschen Bahn.
Trotz der Fahrzeit von über 11 Stunden wurde jeder Zug erreicht und wir kamen pünktlich in „Ludwigshafen Hauptbahnhof“ an. Dort dann ein sehr überraschendes Bild. Von „Hauptbahnhof“ keine Spur. Viel mehr ein völlig überdimensionierter, verrottender Betonklotz ohne Menschen. Vor dem Bahnhof das Bild nicht anders: Willkommen in Litauen. Tristesse und Leere stand in den Fenstern der kalten Fassaden für jeden lesbar geschrieben.
Mit der Untergrund-Straßenbahn ging es dann auf in Richtung Halle. Das Bild der Stadt blieb dabei gleich. Kaum Menschen, kaum Leben.
Vor der Halle traf man auf sehr hilfsbereite Hamburg-Fans aus der Gegend, welche uns per Auto zu einem nahen EDEKA-Markt brachten, wo Stoffe gegen die Tristesse erworben wurden. Danke!
So war der ein oder andere während des Spieles doch sehr lustig drauf, was unter anderem auch ein Richtmikrophon zu spüren bekam.
Zu erwähnen sind noch die Papageiern, die den schnuckeligen Innenhof der Friedrich-Ebert-Halle bevölkern. Ein Stand der SPD war jedoch nicht zu finden.
Dafür gab es leckeres Essen zu anständigen Preisen, auf den Toiletten noch einen sympathisch-kauzigen Toilettenwärter und die Ordner sind vereinstreue Oldies, die sich augenscheinlich ihre Rente aufbessern. Zustände, wie es sie in unserer Heim-Arena wahrhaftig in keiner Weise mehr gibt. Da lässt man dann doch gerne sein Geld.
Das Spiel war nach 60 Minuten rum, Ludwigshafen hielt – von seinen Fans fleißig vorangetrieben - wacker dagegen.
Schade, dass es euch in Liga Zwei zieht.
Für uns stand nun die Rückfahrt an. Diese ging wieder über den fantastischen Hauptbahnhof und endete in Frankfurt. Dort wurde sich fünf Stunden lang in netter Atmosphäre in bekannten Amüsierbetrieben die Zeit vertrieben. Dann doch schon recht angehauen ging es mit dem ersten Regionalzug, der Sonntagmorgen in Richtung Norden fuhr, weiter gen Heimat. Hier und da gab es wohl leichte Proteste, dass mit Ausfahrt aus Frankfurt im Zug Festtagsbeleuchtung eingeschaltet wurde. Angeblich gab es doch einige an Schlaf Interessierte an Bord. Gut, irgendwo verständlich. Hatte man sich mittlerweile doch seit über 26 Stunden pausenlos in Aktion befunden. Und es standen ja noch weitere sieben Stunden Fahrt an. In Northeim gelang es uns zum Glück, nicht von den Cops in den Kesselmob einer Demonstration geprügelt zu werden. Das wäre auch zu viel des Guten gewesen, noch mehrere Stunden in so einem Dorf mit i.welchen Protestlern rumstehen zu müssen.
Gegen 13:00 Uhr fuhr unser Zug (immer noch alles pünktlich!) in Hamburg ein. Ich war da endgültig und völlig am Ende. Aber hey, ich war mal in Ludwigshafen!

(K.K.)