Donnerstag, 23. Dezember 2010

TBV Lemgo gg. HSV Hamburg (19.12.2010)

"Auswärtsfahrten sind schön", so heißt es bekanntlich, deswegen machten sich am letzten Sonntag gut 20 Mannen auf nach Halle (Westf.) um unseren geliebten HSV Hamburg ein weiteres Mal zum Sieg zu singen. Guter Dinge fanden sich am Sonntagmorgen alle am Hamburger Hauptbahnhof ein um per Zug diese Auswärtsreise anzutreten. Was mein Gemüt positiv erfreute war, dass sich fast alle an unserer Weihnachtsmann-Aktion beteiligten, zu der wir jeder ein Weihnachtsmannkostüm anzogen. Trotz des generellen Alkohol-Verbots im Metronom ließen wir uns die Weihnachtsstimmung nicht vermiesen. So begannen wir bei nettem Beisammensein und durch und durch weihnachtlicher Musik den Umtrunk und machten uns eine schöne Fahrt. In Bremen angekommen taten wir gut daran, uns lautstark bemerkbar zu machen. Schon hier waren wir alle heiß auf das bevorstehende Spiel, und vertraten unsere Heimatstadt angemessen. Nach 50 Minuten Aufenthalt, der mit einkaufen und singen überbrückt wurde, ging es weiter mit einem Regional Express nach Osnabrück.
Da fing der Terror an!
Durch eine unnötige Verspätung eines InterCitys mussten wir gut 30 Minuten auf dem Gleis warten. Schnell machten wir einen Schaffner ausfindig und drängten ihn dazu, die NordWestBahn zu benachrichtigen, damit selbige sechs Minuten auf uns warten würde. Trotz angemessener Argumentation fuhr die Bahn ohne uns ab und wir standen auf dem Bahnhof in Osna. Noch immer in bester Laune stampften wir ins Hauptgebäude, um uns weiter mit Verpflegung einzudecken. Dann kam der Schock! Die nächste Bahn über Halle ist gestrichen! Nach kurzem Rechnen wurde uns klar, dass unsere nächste zu erreichende Bahn erst in der Halbzeitpause am Stadion ankommen würde. Nach einigen Sekunden Schockstarre, machten wir uns erneut lautstark bemerkbar und machten unserem Ärger Luft. Darauf versuchten wir irgendetwas hinzubiegen um rechtzeitig zum Anpfiff bei unserer Mannschaft zu sein. Der DB-Service Point legte uns folgende Möglichkeiten dar: mit dem Taxi von Osna nach Halle oder eben die nächste NordWestBahn nehmen. Wir entschieden uns aus finanziellen Gründen für letzteres und gingen zurück auf den Bahnsteig. Schnell begannen wir die Fete von Neuem und präsentierten Passanten sowie zivilen und uniformierten Beamten unsere Gesänge, unsere Fahnen und unsere Schlachtrufe. Nach dieser Supporteinlage ging es mit dem Schlachtruf "Scheiße, Scheiße NordWestBahn" in den gen Bielefeld fahrenden Zug. Pünktlich zum Anpfiff um 15.00 Uhr sangen wir die üblichen Lieder, mit dem Unterschied, dass wir nicht in der Halle, sondern in einem Zug waren. Dem Schaffner gefiel das mal wieder nicht so, was sich dann in Halle am Bahnhof widerspiegelte. Überflüssig!
Angekommen am Stadion gingen wir in die Kontrollen. Dort zeigte die Security Mannschaft eine schwache Leistung. Gepäck darf nicht mit hinein genommen werden, aber abgegeben werden konnte es auch nicht. Schwache Sache. Schnell die Sachen versteckt und dann ab in den Rang! Eine Halbzeit blieb uns ja noch!
Sofort machten wir uns bemerkbar und fingen an unseren HSV Hamburg, trotz hoher Führung, weiter nach vorne zu schreien. Lieder wie: “In der Weihnachtsbäckerrei“, wurden bei uns, passend zur Stimmung, nicht ausgelassen. Auch ging unsere Idee von 20 Hamburger Weihnachtsmännern, die auf der Tribüne völlig abgehen, voll auf und es bot sich ein lustig anzusehendes Bild. Weihnachtsfeier mal anders, nämlich sinnvoll! Zum Spiel gibt es nicht viel zu sagen, da unsere Sicht, trotz der hohen Eintrittspreise, eher sehr schäbig war.
Nach dem Sieg in der Fremde feierten wir noch kurz das erneute kleie Versagen der Zebras und machten uns auf zum Bahnhof, um nun mit unserer Lieblingsbahn zurück nach Osna zu fahren. Im Siegesrausch gingen uns wie üblich die einen oder anderen Gegenstände verloren. Der Rest der Fahrt verlief ohne weitere Probleme und so setzten wir dem Tag ein gemütliches Ende und fuhren zurück in unser geliebtes Hamburg. Dort trennten sich unsere Wege. Ein toller Tag ging zu Ende der trotz einiger Schikanen sehr gelungen war. Als Fazit bleibt mir nur zu sagen, dass die NordWestBahn genauso unnötig war wie die Anwesenheit der Staatsmacht. HSV alléz alléz!

(Drucker)