Freitag, 3. Dezember 2010

Füür, Füür in de Diekstraat!

Der Besuch des „Hamburg Dungeon“, wo Teile der Geschichte der Stadt Hamburg in spielerischer Form mehr oder weniger realistisch dargestellt werden, sollte nicht die einzige Investition der DBG in die Wissensanreichung über unsere alte Heimatstadt bleiben. Ein Wochenende später, am Sonnabend dem 27.11., sollte es in kleiner Gruppe in das am traditionsreichen Holstenwall gelegene Museum für Hamburgische Geschichte gehen. Dieses ist, so erfährt es der interessierte Bürger, das größte „städtehistorische Museum Deutschlands“, also das größte Museum, das sich nur mit der Historie einer bestimmten Stadt befasst.
Der Besuch wurde kompliziert dadurch, dass sich am Treffpunkt mehr Interessenten einfanden, als ich vermutet hatte. In größerer Gruppe ein Museum sinnvoll gemeinsam zu durchstreifen
stellt eine hohe Anforderung an die Gruppe da und erschwert die Konzentration doch ziemlich ;)
Doch, was schreibe ich? Natürlich freute es mich, an die 10 Jugendlichen für einen Museumsbesuch begeistert zu haben. Ganz ohne schulischen Zwang oder Lockung durch Freibier! Die Eintrittspreise (8€, ermäßigt 5€) bezeichne ich als moderat, nicht billig, aber noch angemessen. Immerhin gibt es für Studenten, Auszubildende usw. einen Rabatt, da kann sich die TBV ProVital Lemgo GmbH & Co.KG noch etwas abkucken!
Jugendliche unter 18 zahlen keinen Eintritt, wovon einer der unsrigen profitieren konnte!
Im Museum lässt sich besonders viel über die barocke Blütezeit Hamburgs im 17. und 18. Jahrhundert erfahren, aus der eine enorme Menge an Ausstellungsstücken erhalten ist. Zum Beispiel lassen sich Kanonen finden, die auf der Stadtmauer positioniert waren.
Mit diesen entstanden einige beeindruckende Gruppen- und Einzelportraits.
Der große Brand vom Mai 1842, der bereits im „Dungeon“ Erwähnung fand, stand ebenso auf dem Tagesprogramm, wie die vielen tödlichen Sturmfluten, ganz besonders jene aus dem Jahre 1962.
Über die Jahre des Deutschen Kaiserreiches, der Weimarer Republik und des Großdeutschen Reiches lassen sich vor allem Plakate, erste Fotographien und Militärfiguren finden, der begehbare Schutzbunker ist hier besonders zu erwähnen.
Einfluss in die Ausstellungen haben auch „aktuellere“ Ereignisse genommen. So wird sich ausführlich mit der in den 1980er aufgekommen Szene der „Hausbesetzer“ beschäftigt, hier geht es auch um nach wie vor im städtischen Diskurs präsente Streitthemen wie Mietpreise und Überwachung.
In diesem Museumsteil findet sich ebenfalls der begehbare Nachbau einer „Revoluzzer-Studentenbude“ mit obligatorischem Che Guevara-Wandgemälde…
Das Museum bietet ebenfalls einen überdachten Innenhof, in dem sich beeindruckende Statuen finden lassen. Dieser war augenscheinlich frei zugänglich, daher versammelten wir uns dort zum Gruppenbild. Jedoch kam, noch bevor wir uns alle versammelt hatten, ein wild gestikulierender, des Deutschen nur mindermächtiger Choleriker herbeigestürmt, um uns aus dem Innenhof zu schicken, da dieser gesperrt sei. So wurde nix aus dem Gruppenbild. Der Museumsleitung sei geraten, gesperrte Durchgangstüren auch abzuschließen bzw. die Sperrung durch sichtbar angebrachte Schilder deutlich zu machen!


- Ein Teil hat es in den Innenhof geschafft -

Besonders erwähnen möchte ich noch die prächtigen Nachbauten beeindruckender Schiffe, die sich an vielen Stellen im Museum finden lassen. Auch der separierte Raum, aus dem zu Beginn dieses Jahres der ominöse „Störtebeker-Schädel“ gestohlen worden sein soll fand Beachtung, geht es dort doch - auf viel zu kleinem Raum! - um die ganz frühen Jahre Hamburgs. Also um alte Germanische Einflüsse, die vermutete Grundsteinlegung durch sich auf der Durchreise befindende Sachsen und die Seefahrertradition um Hanse und Widersacher (die berüchtigten Vitalienbrüder um Gödeke Michels und Klaus Störtebeker – meine Favoriten ☺).
Abschließend stand noch die Modellbahnanlage, ein Nachbau der Strecke Harburg – Hamburg Hauptbahnhof auf dem Programm, wo wir eine Vorführung verfolgen konnten und uns umgehend in die vielen alten Züge verliebten. Mit solch einem Gespann einmal auswärts fahren, das wär`s!
Nebenbei konnten wir auch noch selber das „Steuer“ übernehmen und uns auf kleiner Anlage selber als Lokführer versuchen.
Dann endete unsere Zeit im Museum. Wir haben diesen Ausflug genossen und werden uns weiter mühen, das Interesse für unsere Stadt nicht nur in Liedern innerhalb unserer Kurve darzustellen, sondern uns auch tatsächlich mit der Stadt Hamburg auseinanderzusetzen, Vergangenes zu achten und Neues zu erleben.

Nach einer Stärkung im nahen „Schweinske“ besuchten wir – personell noch verstärkt - das Spiel unserer U23 bei der HG Hamburg-Barmbek, welches diese nach nicht überzeugender Leistung durch einen Kraftakt in den letzten Minuten mit 30:28 gewinnen konnte. Da geht noch mehr, Jungs!
Somit liegen wir nun im soliden Mittelfeld der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein und sind immerhin bester Amateurverein der Stadt, Hamburgs Nummer 1!

Vom straffen Programm geschafft und mit vielen Informationen im Kopf, welche ich erstmal verarbeiten musste, fiel ich abends in mein Bett. Bis morgen, geliebtes Hamburg!

HSV-Spielbericht: U23 bei der HG Hamburg-Barmbek

(K.K.)