Donnerstag, 25. November 2010

HSV Hamburg gg. Rhein Neckar Löwen

Pure Emotionen! Hoffnung, Freude, Hass, Wut, Spannung, Enttäuschung, Erleichterung. All dies war beim Spiel gegen die Kätzchen aus Mannheim dabei und für uns gab es nur ein Ziel: Tabellenführung behaupten!
So ging man noch kurz vor dem Spiel seine üblichen Rituale durch. Erst noch eine Runde schiffen, dann noch ein Bier holen. In den Gängen mental und physisch auf das bevorstehende Spiel vorbereiten. So steht man nun am Treppenaufgang. Man wirft einen Blick durch die gut gefüllte Halle. Dann einen Blick auf das ebenfalls noch gut gefüllte Bier. Und dann geht man los. Schritt für Schritt. Stufe für Stufe. Man kommt dem Spielfeld immer näher und es wird immer lauter. Unten angekommen fühlt man sich, als könne man mit Leichtigkeit losrennen, sich einen Ball schnappen und auf das Tor werfern. Doch dann, da ganz unten stehend, tut man den entscheidenden Schritt und biegt nach links ab, wo man seine Meute sieht. Sie singen, sie tanzen, sie hüpfen und sie warten auf mich. In ihrer Mitte angekommen, stimme ich gleich mit ein und begrüße, Fahne schwenkend, die Spieler, die nun das Spielfeld betreten. Die Halle bebt.
Viele von uns hatten mit einem hart umkämpfenden Spiel gerechnet, aber solch eine Partie hatten wir dann doch nicht erwartet. Wir machten von Anfang an Dampf, sangen uns die Stimmen aus dem Leib und feuerten die Jungs an, so gut wir nur konnten. Doch trotz all unserer Bemühungen mussten wir unsere Rufe bald ändern um unsere Mannschaft aufzuwecken und aus dem Loch zu holen, in welches sie zwischenzeitlich gefallen waren. "Kämpfen und Siegen!" waren unsere Leitsprüche über den Abend. Nach schwacher Anfangsphase blieb uns natürlich auch der Spielstand der Kieler nicht verborgen und so freuten wir uns darauf, Kiel ein weiteres mal am Boden zu sehen. Diese Gedanken musste man allerdings so schnell wie möglich vergessen, da wir selber hinten lagen und etwas tun mussten. Denn, was bringt es uns, wenn die Kieler verlieren, wir es aber nich beser machen? Füchse als Tabellenführer? Jungs, ´Tschuldigung, aber wir haben noch nicht die Weihnachtszeit in Hamburg!
Dies verleitete uns dazu, keine Gedanken mehr an das Kiel-Spiel zu verschwenden, sondern uns allein auf unser Spiel zu konzentrierten.
Nachdem wir uns wieder bis in der 50sten Minute rangekämpft hatten, kam die Zeit zweier ganz stark spielender Mannheimer, die, im Gegensatz zum Rest der Zoobande, keine gelben, sondern blaue Trikots trugen. Und diese beiden Herren wollen für Deutschland nach Schweden fahren und und uns repräsentieren? Dazu ist von mir nur eins zu sagen: "Gut, dass wir sie nicht bekommen können!" Nachdem wir unserem Ärger Luft gemacht hatten, was wir mit einem gigantischem Gesang taten, hatten sich die Gemüter wieder beruhigt. Nach einem schnellen Blick auf die Anzeigetafel stellte ich fest, dass es nur noch wenige Minuten auf der Uhr waren und wir trotzdem noch an den Steaks dran waren, taten wir gut daran, unsere Mannschaft weiter zu unterstützen.
Nach einem Euphorie-Ausbruch über das Führungstor versuchten unsere Jungs sogar eine 2-Tore Führung, was allerding nicht gelang. 15 Sekunden vor Schluss kam es zum alles entscheidendem Freiwurf für die gelben Herren. Alle wussten, dass wir gewinnen würden und so machte dieser enorme Druck, den die Halle ausstrahlte, den Mannheimer Schützen so unsicher, dass sein Wurf in der Mauer landete. Die Menschen sprangen durch die Gänge, über Stuhlreihen bis in die Arme anderer, die sie gar nicht kannten. Ein einziges Meer aus Glückshormonen und Freudenschreien flog durch die Halle und alle waren überglücklich und stolz auf das erreichte.
Im Ganzen war es ein Spiel, welches Emotionen barg, die man nicht beschreiben kann. So endet der BuLi-November für unseren HSV, welcher wahrscheinlich als einer der schwersten Monate überhaupt anzusehen ist, mit einem Ergebnis: "MEISTER WIRD NUR EINER! HAMBURG UND SONST KEINER!"