Als ich vor dem Spiel am üblichen Treffpunkt meine Jungs traf, da war jenes spezielle Feuer in den Augen eines jeden zu sehen. Ein neuer Anlauf, wieder sind die Freunde aus Kiel zu Besuch. Na, das kann etwas geben!
Und es gab auch etwas, von allem etwas. Ein packendes Spiel, Emotionen auf den Rängen und dann tatsächlich auch den richtigen Spielausgang, genial!
Vor dem Spiel gab es erfreulicherweise keine unästhetische „Darbietung“ einer nackten Frau an einem Vorhang. Dafür rund um die Arena und auch in dieser mehrere lustige Kiel-Fans, die anständig begrüßt werden konnten. Wir verachten euch, und da machen wir sicher keinen Hehl draus.
Als Starter brachten die unteren Reihen des Blocks eine Choreo mit Fähnchen und mehreren Folienbahnen. Keine große Sache, aber bei Handballspielen in Deutschland nach wie vor selten zu sehen.
Die Gästefans traten nicht in Erscheinung, im Gästeblock war das ganze Spiel über tote Hose. Schade!
Mit dem Anpfiff folgte die erste große Hüpfeinlage und bereits hier zogen in anderen Blöcken Fans mit!
Danach schallten Hamburger Fanrufe und –gesänge das ganze Spiel über mit einer, für unsere Verhältnisse, sehr hohen Lautstärke durch die Arena. Und das, trotz der Pappklatschen, ich war beeindruckt! Im Block ging es richtig rund, die Verständigung mit den Trommlern klappte viel besser als es noch gegen Flensburg der Fall war und die Anfeuerungen erhielten selbst durch den Vier-Tore-Rückstand zur Halbzeitpause keinen Dämpfer! In der ganzen Arena kochten die Emotionen über, woran auch die Kieler Schiedsrichter ihren Anteil hatten, danke dafür ☺
In Hälfte zwei stand dann der liebe Omeyer vor U11, wo er die für ihn in Hamburg gehegte Sympathie auch deutlich vernehmen konnte. Zu diesem Zeitpunkt trug ich noch Sorge, dass ihn die offenen Sympathiebekundungen nur Anspornen würden, wäre ja nichts Neues bei dem gewesen. Doch, siehe da: Am Ende hieß es 26:25 für uns und Omeyer hatte das eine Tor mehr für uns selber mit dem Kopf erzielt, genial²!
Reihenweise versagten die Kieler vom Siebener, da gingen die Nerven. Verständlich, da man vom Kieler Publikum ja keine großartigen Emotionen gewohnt ist.
Als der ältere Lijewski das Siegtor erzielte, gab es kein Halten mehr. Wir haben zwar keinen Titel geholt (wie die gefrusteten Kiel-Anhänger in detektivischer Meisterarbeit erkannt haben), aber Siege feiern tun wir trotzdem, hier in Hamburg gibt es eben Emotionen und nicht nur Eventies. Daher eiferten mehrere Fans auch noch unseren wackeren Kämpfern nach und präsentierten ihre mehr oder mindern gestählten Oberkörper. Emotionen, Leute!
Die Kieler Spieler schlichen gebückt aus der Arena und die vormals noch vorlauten „Fans“ hatten - ohne jedes Nachhelfen – „das Maul gestopft“ bekommen.
Nach minutenlangen Huldigungen der Mannschaft durch die Fans und umgekehrt ließ ich den Abend mit den Jungs an der Bierbar ausklingen, bereits ahnend, dass heute so ein Abend gewesen sein könnte, den ich nie mehr vergessen werde.