Samstag, 16. Oktober 2010

Eine Fahrt zwischen Genie und Wahnsinn (Kolding auswärts)

Am vergangenen Sonnabend ging es für mich zum ersten Mal mit der Bahn zu einem Auswärtsspiel in Dänemark. Es verschlug uns im dritten Spiel der CL-Vorrunde nach Kolding, einer schmucken Hafenstadt in Syddanmark und per Zug ab Hamburg gut zu erreichen.
Daher reisten wir in kleiner Gruppe mit Schleswig-Holstein-Tickets bis Padborg und von dort ohne weiteres Umsteigen mit einem dänischen Gruppentarif bis Kolding. Den ersten Ärger gab es bereits in Neumünster. Irgendwie waren wohl einige mit Mitarbeitern der Bahnwache zusammengestoßen, ich hatte nichts davon mitbekommen und war umso überraschter, als plötzlich der Schaffner in der Abteiltür stand und mich aufforderte den Zug in Nortorf zu verlassen. Sollte ich der Aufforderung nicht nachkommen, was ich vorhatte, so würde ich in Rendsburg von der Polizei aus dem Zug geholt und die sei bekanntlich da nicht zimperlich.
Ich war etwas verwirrt, beharrte aber dennoch darauf, die von mir erworbene Leistung einer Reise bis nach Kolding in Anspruch zu nehmen. Dies gelang mir schlussendlich nach langer, pflichtbewusster Diskussion auch und zum Glück war ich nicht der einzige! Es ging also weiter.
In Flensburg hatten wir dann einen kurzen Aufenthalt, aber da wir eh schon fast alles aufgetrunken hatten, gab es keine Probleme mit dem Zoll und auch sonst keine.
Am Umsteigebahnhof Padborg trafen wir dann auf die dänische Politi, die sich auch erst mal sehr für uns interessierte (wir aber auch für denen feinen Namen!). Aber auch hier konnten wir alles beschwichtigen.
Der dänische Zug sah von außen schön grottig aus, war innen jedoch sehr schick und gemütlich. Lediglich nervte eine kleine Gruppe Personen mit zweifelhafter Herkunft, welche im Zug mit Drogen hantierte. Doch auch diesen, des Deutschen nicht mächtigen, Personen konnten wir in eindringlichen „Gesprächen“ unsere Haltung gegenüber Drogen klarmachen: Schmeiß die Scheiße aus dem Fenster!
In Kolding angekommen mussten wir uns entscheiden: Zu Fuß zur Halle oder doch Taxen nehmen? Die Warnungen einiger Einheimischer vor den, auf dem Weg liegenden, Bergen (an der Ostsee…) reichten dann aus um die faule Mehrheit in die Taxen zu treiben.
Vielleicht ganz gut, dachte ich, denn so konnten wir selbige Taxen gleich für nach dem Spiel bestellen, da wir nur wenig Zeit nach Abpfiff bis zur Abfahrt des Rückzuges haben würden. Gesagt, getan.
Der Eintritt in die Tre-For Arena war typisch dänisch. Unter 20€ (Stehplatz) nix zu machen, zu erst wollte man uns Deutschen sogar nur 29€ Tickets verschachern…
Dafür war die Halle anständig ausgebaut, sogar mit drei Reihen für die Stehplätzler – immerhin zwei Reihen mehr als zum Beispiel in Kiel.
Aus Hamburg waren wohl gut 200 Fans angereist von denen viele wohl ziemlich im Auto-Stau gestanden haben sollen ;)
Die Stimmung war dann leider so, wie sie immer ist, wenn eine größere Menge auswärts fährt. Nicht besonders, viel mehr deutlich unter Heimniveau durch viele nervige Tröten, schade! Dem passte sich schlussendlich unsere Mannschaft auch an, man man man.
Nach dem Spiel kam dann, was ja irgendwie kommen musste: Keine Taxen da.
Kurz gesagt: Der Zug zurück wurde verpasst, eine Rückkehr nach Hamburg am selbigen Tag mit der Bahn somit ausgeschlossen.
Kurzfristig konnten wir in einem der Fanbusse aus Hamburg unterkommen, danke für die spontane Hilfe! In der Hektik haben wir dann auch noch unsere Trommel irgendwo in Kolding stehen lassen. Jaja, wenn es schon mies läuft, dann richtig…
In Hamburg angekommen wurde dann der Frust auf der Meile bekämpft und schlussendlich wusste ich auch nicht mehr, was alles schief gegangen war. Na immerhin!